Wer Zaky sieht, errät seinen Studiengang meistens auf den ersten Blick, und wenn nicht, dann vielleicht auf den zweiten oder dritten. Und wer dann immer noch nicht Bescheid weiß, sollte sich vielleicht eine neue Brille besorgen – denn der 21-Jährige ist Kunststudent mit Leib und Seele, obwohl er gerade erst mit dem Studium anfängt. Und wenn die meistens etwas zerwuschelte Frisur und der abwesende Blick, der in Gedanken schon beim nächsten Kunstwerk ist, ihn nicht verraten, dann vielleicht die Leidenschaft, mit der er über Bleistifthärten diskutieren kann… oder doch zumindest die Farbflecken, die sich immer irgendwo auf seiner Kleidung oder seinen Händen befinden, in Extremfällen auch mal im Gesicht.
Und da hin zu schauen ist gar nicht so unwahrscheinlich – denn Zaky ist nicht gerade leise. Vor allem, weil er ein kleines bisschen tollpatschig und chaotisch ist. So gerne steht er aber gar nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit – es passiert nur trotzdem, und wenn das so ist, dann stört er sich auch nicht allzu sehr daran. Schüchtern ist der Kunststudent nämlich auch nicht, und eigentlich auch ganz gut darin, neue Kontakte zu knüpfen. Er braucht zwar keine Dauergesellschaft, aber dauerhaft alleine sein wäre auch nicht schön, und dementsprechend sucht er gerne erst einmal Anschluss, wenn er in ein neues Umfeld kommt. Die „poupulären“ Cliquen sind dafür immer eine gute Anlaufstelle, und da versucht er auch mal, sich dranzuhängen. Und wenn er sich dafür ein bisschen anpassen muss, tut er das auch. Im Rahmen des möglichen.
Da sein Elternhaus nie besonders viel Geld zur Verfügung hatte, ist Zaky es gewohnt, hart für alles, was er erreichen will, zu arbeiten. Dementsprechend ist er trotz seines physischen Chaotendaseins ziemlich gut selbst organisiert, würde nie eine Deadline verpassen und hat seinen Zeitplan immer perfekt im Kopf. Dass Geld nicht auf Bäumen wächst ist ihm klar – und während er gut darin ist, sich dafür anzustrengen, hätte er auch nichts dagegen, wenn ihm mal ein bisschen was zufliegen würde… Sein erklärter Traum ist es daher, eines Tages einfach reich zu heiraten und für immer und wenig seinen Hobbies nachgehen zu können, ohne irgendwie versuchen zu müssen, aus Farbe effektives Geld zu machen. So ganz sicher ist er sich noch nicht, wie er das umsetzt – und möglicherweise wurde das durch die noch gar nicht so lange zurückliegende Realisation, dass er schwul ist, auch noch ein kleines bisschen komplizierter.